Auf ihrem wunderbaren zweiten Album präsentiert die charismatische Schwedin einen faszinierenden Mix aus gotisch-dunklen Balladen, barock-infizierten Orgel-Drones und erhabenen Pop-Harmonien, mit starker Stimme und großen Momenten. Als Tochter des schwedischen Komponisten und Sound- und Visual Artist Carl Michael VonHausswolff wächst die 1986 geborene
in Göteborg auf, wo sie auch Architektur studiert.
Dort tritt sie auf zahlreichen Festivals wie dem "Peace and Love", "Storsjöyran", und dem "Arvika" auf. Für das "Way Out West Festival" perfomt
Anna Von Hausswolff zudem in einer Kirche, in welcher ihre organischen Orgel- und Piano-Sounds endlich einen angemessenen und tiefschönen Rahmen erhalten. Diesen Sound bringt sie schließlich kombiniert mit ihrem kraftvollen Gesang und den teilweise mit Gitarre und Schlagzeug, Pauken, Synthies und der Klavioline arrangierten Songs auch als Support für Künstler wie Lykke Li und die Tindersticks in die Ohren der Zuhörer.
Nach ihrer letzten Veröffentlichung "Singing From The Grave" präsentiert sich
Anna Von Hausswolff nun auf "Ceremony" mit Unterstützung von
Maria Von Hausswolff (Gesang),
Daniel Ögren (Gitarre, Klavioline),
Karl Vento (Gitarre),
Christopher Cantillo (Schlagzeug),
Filip Leyman (Synthesizer, Percussion),
Xenia Krilsin (Zither und Gesang) höchst ausgefeilt und individuell.
Im instrumentalen Opener "Epitaph Of Theodor" schaukelt sich der Sound zu einem elegischen Gerüst auf, welches fast nahtlos in den zweiten Song übergeht, der sich kurz vorm Einsatz ihrer markanten Stimme in einen Drone-Sound hüllt. Kraftvoll und energiegeladen, trotz getragener Ebene. Den starken Attributen folgen sanfte, sensible Töne, die aber nicht weniger fantastische Soundgebilde beinhalten. Durch die eklektische Vielschichtigkeit von "Ceremony" bleibt die Genre-Zuordnung im Raum stehen, holt sich von allen Seiten etwas, so dass dieses wunderbare, komplexe Album, voller glücksbringender Klangräume, manchmal bedrohlicher Momente, besteht.
Düsternis und Heiligenschein gehen hier Hand in Hand und verleihen dem Album eine Spiritualität bei, ohne dass
Anna Von Hausswolff von Gott singen muss. Unterstrichen wird diese Spiritualität durch das virtuose Orgel-Spiel, welches
Anna Von Hausswolff zu etwas Besonderem macht.
Man könnte meinen, die Schwester von
Soap & Skin entdeckt zu haben.