Zum vierten Male lassen die
Dunkelschönen ihre feinfühligen Klangkreationen in einen Silberling fließen und verzaubern mit verträumten Folkmelodien. Im Gegensatz zum Vorgängeralbum hat man sich von den gängigen Standardüberlieferungen der mittelalterlichen Szene wie "Herr Mannelig" oder "unter der Linden" losgesagt und lässt bis auf das Traditional "Adé mein Lieb"ausschließlich Eigenkompositionen zu Tone kommen.
Selbst bei den Texten stammt ein bedeutender Teil aus der Feder der Truppe. Dennoch sind die einzelnen Lieder dermaßen liebevoll arrangiert, dass man glauben könnte, es mit tonechten Stücken aus dem dreizehnten Jahrhundert zu tun zu haben. Die zielsichere Instrumentierung tut ihr Übriges, um aus diesem faszinierenden Verband aus Klang und Wort eine magische Begegnung mit einer akustischen Anderswelt zu schaffen, die sowohl einen nebligen Herbstwald beschwört als auch den Glanz eines wärmenden Sommertages oder zu einen ausgelassenen Tanz ums Feuer einlädt.
Für brachiale Mittelalterrocker dürfte "Irfind" zu sanft sein, wer jedoch mystischen Folkklängen sein Herz geschenkt hat, der sollte sich dieser dunkelschönen CD hingeben.