Hierbei handelt es sich um die limitierte Version inklusive Bonus-CD.
Infos zum Album:Niemals zu nah am Wasser bauen. Denn
werden das Haus wegwaschen. Was die süddeutschen Melancholiker auf "High Hopes In Low Places" veranstalten, ist gleichermaßen beeindruckend wie beängstigend.
malen die kleine feine, trügerische Idylle schwarz an, nur um sie anschließend einzureißen. Traumschlösser und Paläste auch. Diese dunkle Walze ist so nah am echten Leben, dass es schmerzt. Dennoch: Da schimmert Licht in der Dunkelheit.
Nachdem
End of Green mit ihrem vergangenen Album "The Sick's Sense" Platz 21 der deutschen Media Control Longplay Charts innehatten, ist "High Hopes In Low Places" eine verdammt mutige Platte geworden. Anstatt die Ehrenrunde einzuläuten, bulldozert sich das Quintett um Goth-Crooner
Michelle Darkness da zum eigenen Kern durch und lässt ihn explodieren. In all den schillernden Schwarztönen, die
End of Green so gefährlich und unwiderstehlich machen. Da ist Dunkelrock, Goth, Alternative, Metal mit verführerischem Popappeal und rotziger "Fuck You"-Attitüde - ein Gemisch, das genau dann erbarmungslos zuschlägt, wenn man glaubt, es endlich durchschaut zu haben. Das ist echter Rock'n'Roll-Spirit. "High Hopes In Low Places" ist eine musikalische Häutung. Schroff, unerbittlich, zynisch, trotzdem schonungslos tief, und gerade deshalb von blendender Schönheit.
Das größte Missverständnis schaffen sie selbst aus der Welt:
End of Green sitzen nicht zwischen den Stühlen. Sie stehen da. Absichtlich und breitbeinig. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Mit sympathisch vernachlässigter Zwangscoolness gehen
End of Green ihren Weg. Ob der sie nun direkt in die Hölle oder eben herausführt - das ist Ansichtssache.
End of Green führen sich auf wie die Faust im Auge des Betrachters. Sie beteiligen sich nicht am dunkelromantischen Jahrmarkt der Eitelkeiten und dem Marktplatz für Lebensgefühl von der Stange. Ihre Dunkelheit ist seit jeher davon geprägt, nach Särgen Ausschau zu halten, wenn es irgendwo nach Blumen riecht.
Michelle Darkness,
Rainier Sicone Di Hampez,
Kerker,
Lusiffer und
Sad Sir der notorischen Schwarzmalerei zu bezichtigen, wäre kurzsichtig. Denn obwohl
End of Green unmissverständlich klar machen, dass sich an ihrer Weltsicht nicht viel geändert hat, schimmert hier und da tatsächlich etwas Hoffnung durch. Etwas Licht, bevor die Türe zufällt.
Produziert wurde "High Hopes In Low Places" wie auch schon der Vorgänger "The Sick's Sense" von
Corni Bartels (Killerpilze, Hackneyed...) in den Münchner Weltraumstudios. Ein Schulterschluss, der sich abermals als fruchtbar erwiesen hat. "High Hopes In Low Places" ist ein bleischwerer Brocken, den
End of Green dem schönen Leben ins Gesicht schleudern. Denn Musik, die nicht berührt, ist Zeitverschwendung.