Mit ihrem zehnten Silberscheibchen "Exzessivus" blasen sie erneut zum Angriff und dem gesamten Genre den Heiden-Marsch. Dabei wurde
eines schönen Tages aus der Not heraus geboren, denn auf einem großen Mittelalter-Markt glänzte eine der geladenen Kapellen mit unerfreulicher Abwesenheit, weshalb sich
flugs entschloss das entstandene Loch mit selbst erzeugten Folk- und Mittelalter-Klangwaren zu stopfen.
Und siehe da, das angereiste Volk war über Maßen erbaut. So wurde aus Spaß Ernst, nein, eigentlich nicht, denn auch nach 10 Jahren
Rabenschrey kann
Donar noch immer mit munterer Laune bestätigen, dass die Freude an der Sache im Vordergrund steht: "Wir sind Vollblutmusiker! Und das bedeutet wenig Kohle, ständig unterwegs und jede Menge Arbeit - aber mit Spaß daran!"
Nicht umsonst schrien sie anno 2003 mit der dritten Platte ihr Credo des Schaffens, "Heidenspaß und böse Zungen", in die Welt hinaus - und wehe, jemand nahm das nicht ernst.
Rabenschrey ist vom ersten Tage an berühmt-berüchtigt dafür, Missstände und Übeltaten nicht mit dem Samthandschuh anzufassen. "Ehrlichkeit" und "Direktheit" gehören zu den Tugenden der Gruppe, was man von "politischer Korrektheit" weniger behaupten kann.
So wurde ihr frech-dreistes "Templerschaf" im Nu zum Kult-Gröler für ausgelassene Laune vor verschiedensten Bühnen im Germanenreich. Doch der erste große Schritt auf dem holprigen und nicht minder weiten Weg zum Mittelalter-Thron fand mit dem Gassenhauer "Hey wir sind Heiden" statt, der wie das schwere Geschoss eines Katapults in der mittelalterlich-folkloristischen Szene einschlug. Bei jeder Mittelalter-Party gehört das fröhliche Liedlein mit dem unüberhörbaren Pippi Langstrumpf-Anklang und der totalen Hüpfaufforderung seit Jahren zum festen Repertoire.
Aber auch bei einer historischen Band gibt es Bewegung. So haben die
Rabenschreyer seit November 2008 eine Stromgitarre mit auf dem Drachenschiff und damit die Sphären der rein akustischen Lärmerzeugung hinter sich gelassen. Sicherlich haben ihre Songs auch vor dem Umschwung gerockt, dass es den Schafen das Fell vom Leibe blies, aber fortan lassen es die Neu-Heiden eine Spur krachiger angehen. "Metalalter" nennen sie liebevoll ihre Verbindung aus Folk, Mittelalter, Rock und Metal, ohne sich aber in irgendeine Schublade hineinstopfen zu lassen. Kategorien, Dogmen und Grenzen sind so oder so nicht das Ding von
Donar von
Rabenschrey. Freiheit in allen Belangen ist das einzige Gesetz, das die Heidenrocker akzeptieren und sich auf ihre Segel geschmiert haben.