vereinte schon 2008 mit dieser Autorenlesung eindrucksvoll Textwerk mit Klangkunst:
da durchaus lustvoll um die Ohren knallt, ist ebenso wortgewaltig wie kaputt, ja pathologisch- jede Zeile aber provokant poetisch. (...) Wer sich auf
Texte, auf seine rattenfängerhaft verführerische Argumentation einlässt, der wird von der Kraft und Bedrohlichkeit seiner Texte begeistert und zugleich gefangen sein." (in Zeilen-Sprung, Dezember 2008, Christoph Huppert).
Thomas Manegold hat Gedichte und Texte aus seinem Schaffen zu einem Gesamtkonzept verwoben. Einerseits verkörpert er dabei mit seiner eindringlichen Vortragsweise ganz bewusst den "Verführer", andererseits beschwört er den Hörer, eigenverantwortlich, frei zu denken. Er tut dies extrem provokant und wortgewaltig, argumentiert intelligent und schonungslos, ist dabei verführend poetisch und zugleich unheilbar krank.
Thomas Manegold geht in seiner Vortragsweise dabei oft an die Grenze des Machbaren und Zumutbaren und lässt keinen Zweifel daran, dass die durch Degeneration der Umwelt hervorgerufene Depression durchaus verarbeitet werden kann. Seine unnachgiebige Menschenschelte mündet auch auf "Rattenfänger" in den Hinweis auf einen möglichen Heilsweg. So ist das erste Soloalbum des Autoren der ebenso kompromisslosen Bücher "Ich war ein Grufti" und "Morbus Dei" zwar das mit Abstand düsterste Werk, aber dennoch mit einem bösartigen Humor an den unmöglichsten Stellen und einer eindringlichen, andersartigen Ästhetik gesegnet.
Mit dieser Edition wurde "Rattenfänger" anlässlich der Lesereise "Zungenspiel" neu aufgelegt und ist, abgesehen vom identischen CD-Inhalt, nicht wiederzuerkennen. Ein ganzes Buch in Hochglanz-Englisch Broschur ist daraus geworden, das viele bislang unveröffentlichte, zynische Lesebühnentexte enthält- und diverse Gedichte. Allein die Tatsache, mit so ultraschwerem Geschütz eine zweite Auflage zu erreichen, ist eigentlich eine Sensation...
Manegold jedoch adaptiert seinen "Rattenfänger" mit den Worten:
"Schon immer traut man den Lesenden und Hörenden zu wenig zu und bürdet Ihnen zu viel auf. Nicht alle Augen, Ohren und Herzen, die man als Autor erreicht, gehören Konsumenten. Es gibt sie, die mündigen, denkenden und fühlenden Wesen...".